Ausgelöscht (Cody McFadyen

„Nicht alles Böse ist Zufall. Manches wächst in einem finsteren Keller unter einer finsteren Sonne heran, gehegt und gepflegt von einem finsteren Gärtner mit einer Hacke aus Knochen.“ (S. 19)

McFadyen, Cody - Ausgelöscht____________________________________________

Titel: Ausgelöscht
Autor: Cody McFadyen
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller
Seitenzahl: 480
Erscheinungsjahr: 2010
Punkte: 9
Cover: ©Bastei Lübbe
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Klappentext:

„Ich hatte einmal ein Leben. Doch ich erinnere mich nicht mehr daran. Ich hatte eine Familie. Doch ich kenne sie nicht mehr. Ich hatte viele Erinnerungen. Doch jemand war in meinem Gehirn. Er hat alles ausgelöscht. Und ich wünschte, er hätte mich nicht am Leben gelassen.“

Erwartungen:

Ich habe bisher alle Bücher von McFadyen gelesen. „Ausgelöscht“ ist das letzte, was mir noch fehlte. Schon oft hatte ich das Buch in der Hand und wollte es kaufen, habe mich aber aus verschiedenen Gründen immer wieder dagegen entschieden. Jetzt ist es endlich soweit!! Inhaltlich spricht mich das Buch sehr an. Ich habe mich sehr darauf gefreut, aus der Sicht des Opfers zu lesen, wie es sich anfühlt, keine Erinnerungen mehr zu haben. Ich habe gehofft, dass es sehr viel um die menschliche Psyche gehen wird. Und natürlich liebe ich McFadyens Schreibstil!

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Smoky Barrett ist auf einer Hochzeit, als ein Auto vorfährt und eine Frau rausgestoßen wird. Sie hat einen kahlgeschorenen Kopf, ist nackt und hat am ganzen Körper Wunden. Sie redet nicht, wirkt verwirrt. Sie ist vor sieben Jahren spurlos verschwunden. Sofort fangen Barrett und ihr Team an zu ermitteln. Es tauchen weitere Opfer auf, die es noch schlimmer getroffen hat. Bei den meist weiblichen Opfern wurde eine Lobotomie durchgeführt. Der Täter hat zentrale Nervenbahnen im Gehirn beschädigt.

Die Geschichte ist wahnsinnig mitreißend. Dieses Buch ist das erste seit langem, das es geschafft hat, mich den ganzen Tag über zu beschäftigen. Ich habe ständig über die Handlung nachgedacht. Die Figur Smoky Barrett ist wahnsinnig glaubwürdig. Im Laufe der Handlung macht sie eine Wandlung durch, die sie sehr menschlich macht. Auch die vielen kleinen Nebengeschichten wirken nicht ablenkend oder gar zu ausschweifend. Sie sind so interessant, dass man kaum mitbekommt, dass es gerade nicht um die eigentliche Handlung geht. Das alles macht sowohl die Geschichte als auch die Figuren tiefgründig, gut durchdacht und glaubwürdig.
Vor allem das Ende hat mich fasziniert. Ich habe in letzter Zeit kein Buch mehr gelesen, dass mich so sehr überrascht hat. Oft konnte ich schon früh vorhersehen, wie es enden würde. Das war in diesem Fall ganz anders. Wenn man denkt: „So, das war es jetzt“, kommt noch eine große unerwartete Wendung.

…zum Schreibstil:

Es gibt einige Kapitel, die die Geschichte des Täters erzählen. Andere sind aus der Sicht der Opfer geschrieben. Im größten Teil des Buches erzählt aber Smoky Barrett aus der Ich-Perspektive. Diese Wechsel sind aber sprachlich so gut umgesetzt, dass sie nicht stören oder gar verwirren.

Ein bisschen enttäuscht war ich, dass nur ein oder zwei Kapitel aus der Sicht eines Opfers, das einer Lobotomie unterzogen wurde, geschrieben sind. Ich hatte mich darauf gefreut, dass dieser Aspekt sehr deutlich beschrieben wird. Ich hätte es sehr interessant gefunden, mehr darüber zu lesen, da ich mir nicht genau vorstellen kann, in welchem Zustand sich diese Frauen befinden.

Dennoch hat auch der Schreibstil voll und ganz überzeugt. Er unterstützt die Geschichte und die Charaktere und erfüllt somit perfekt seinen Zweck.

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Fazit:

Nach dem letzten Buch von Cody McFadyen „Das Böse in uns“ (Rezension hier) war ich sehr enttäuscht. Dieses Buch hat mich wieder daran erinnert, warum er mein Lieblingsautor ist. Es fügt sich perfekt in die Smoky-Barrett-Reihe ein und ist sogar noch eine Steigerung.

9 von 10 Punkten

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