Die Mitternachtsrose (Lucinda Riley)

„Der Garten mit diesen ungewöhnlich intensiven Farben ist ein Traum. Besonders die Rose, die Sie gerade stutzen. Das Lila ist so samtig dunkel, dass es fast schon schwarz wirkt“ (S.57)

Riley, Lucinda - Die Mitternachtsrose____________________________________________

Titel: Die Mitternachtsrose
Autorin: Lucinda Riley
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag
Genre: Roman
Seitenzahl: 572
Erscheinungsjahr: 2013
Punkte: 9
Cover: ©Wilhelm Goldmann Verlag
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Klappentext:

„Eine verbotene Liebe, bittersüß wie der Duft einer Rose, die im Verborgenen blüht…

Innerlich aufgelöst kommt die amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley im englischen Dartmoor an, wo ein altes Herrenhaus als Kulisse für einen Film dient, der in den 1920er Jahren spielt. Vor ihrer Abreise hat die Nachricht ihrer angeblichen Verlobung eine Hetzjagd der Medien auf die junge Frau ausgelöst, doch in der Abgeschiedenheit von Astbury Hall kommt Rebecca allmählich zur Ruhe. Als sie jedoch erkennt, dass sie Lady Violet, der Großmutter des Hausherrn, frappierend ähnlich sieht, ist ihre Neugier geweckt. Dann taucht Ari Malik auf: ein junger Inder, den das Vermächtnis seiner Urgroßmutter Anahita nach Astbury Hall geführt hat. Und gemeinsam kommen sie nicht nur Anahitas Geschichte auf die Spur, sondern auch dem dunklen Geheimnis, das wie ein Fluch über der Dynastie der Astburys zu liegen scheint… “

Erwartungen:

Ich habe nicht wirklich eine außergewöhnliche oder herausragende Handlung erwartet. Jemand sucht in der Geschichte seiner Vorfahren nach Geheimnissen. Klingt für mich eher flach. Und das Ganze sollte auch noch in England spielen. Erwartet habe ich deswegen eine Geschichte über den englischen Landadel mit vielen geschichtlichen Elementen. Die Erfahrungen habe ich zumindest gemacht, bei dieser Art von Büchern. Von der Handlung war ich also wirklich nicht überzeugt. Eigentlich habe ich das Buch nur wegen des schönen Covers in die Hand genommen.

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Das Buch erzählt die Geschichte von Anahita. Geboren ist sie in Indien, hat aber eine großen Teil ihrer Jugend in England verbracht. Bei ihrer Rückkehr nach Indien musste sie ihren damals zweijährigen Sohn in England zurücklassen. Obwohl sie eine Sterbeurkunde hat, glaubt sie, dass er noch lebt. Sie möchte, das ihr Urenkel Ari nach ihm sucht. Kurz nach ihrem 100. Geburtstag stirbt Anahita.

Die Hauptgeschichte spielt in England im Jahr 2011. Die amerikanische Schauspielerin Rebecca und Ari treffen sich zufällig und wollen zusammen mehr über die Familiengeschichte von Ari herausfinden. Ein großer Teil der Handlung ist allerdings Anahitas Geschichte. Sie erzählt von ihrem Leben in Indien und ihrer Liebe zu England.

Zu Anfang war ich etwas verwirrt, da ziemlich viele verschieden Personen eine Rolle spielen und sich die Geschichte über drei (oder vier?) Generationen zieht. Nach einer Weile habe ich mich aber reingelesen und mich mitreißen lassen. Die indischen Prinzessinnen, der englische Landadel und die Probleme der damaligen Zeit (1911) haben mich in den Bann gezogen.

Was mich am meisten fasziniert hat: Bis zum Ende hatte ich keine Ahnung, wie das Ganze enden würde. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass das Buch nicht die typischen Klischees bedient. Obwohl man am Anfang denkt: „Ah ja, das ist bestimmt so und so“, kommt es dann doch ganz anders. Und auch als das Geheimnis der Vergangenheit aufgelöst war, war das noch lange nicht das Ende.

…zum Schreibstil:

Obwohl die Perspektiven oft wechseln, ist es nicht verwirrend. Im Gegenteil: dadurch wird die Geschichte lebendiger und hat mich umso mehr berührt.

Die Autorin hat das großartige Talent, sehr bildlich zu schreiben. Während des Lesens konnte ich die Elefanten mit den jungen indischen Prinzessinnen förmlich sehen und die Düfte des englischen Gartens mit der Mitternachtsrose förmlich riechen. Der Schreibstil hat mich mitgenommen in fremde Welten und Zeiten.

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Fazit:

Eine wunderschöne, mitreißende und berührende Geschichte. Das Schicksal der Familien hat mich nicht mehr losgelassen. Seit langem das beste Buch, das ich gelesen habe.

9 von 10 Punkten

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