Die Rache der Kinder (Hilary Norman)

„‘Es ist der pure Wahnsinn‘, sagte Bel. ‘Das ist ihr Spiel‘, erklärte Kate.“ (S.241)

 Norman, Hilary - Die Rache der Kinder____________________________________________

Titel: Die Rache der Kinder
Autorin: Hilary Norman
Verlag: Bastei Lübbe Taschenbücher
Genre: Thriller
Seitenzahl: 365
Erscheinungsjahr: 2009
Punkte: 5
Cover: ©Bastei Lübbe Taschenbücher

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Klappentext:

„Es begann als ein Spiel. Vier Kinder trafen sich in einem alten Hünengrab, um gemeinsam ein Buch zu lesen. Dann setzten sie das, was sie im Buch fanden, in die Wirklichkeit um. Sie nennen sich Jack, Roger, Simon und Piggy. Sie jagen Monster. Monster, das sind Menschen, die anderen etwas zuleide tun. Und die nie dafür bestraft wurden. Doch was ist, wenn das Opfer unschuldig ist und aus dem Spiel tödlicher Ernst wird?“

Erwartungen:

Sowohl der Titel als auch der Klappentext ließen darauf schließen, dass es um Kinder geht, die Morde begehen. Das hat mich fasziniert. Was bringt Kinder soweit, dass sie andere Menschen umbringen? Wie gehen sie vor? Wie sind sie organisiert? Diese Fragen habe ich mir gestellt und natürlich auf Antworten gehofft.

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Leider hat die Handlung so gar nicht meinen Erwartungen entsprochen. Es ging nicht um Kinder, die zu Mördern werden. Die vier Hauptpersonen haben sich zwar als Kinder kennengelernt und schon damals den Grundstein für ihr späteres psychisch krankes Verhalten gelegt, die Geschichte spielt allerdings in dem Zeitraum, in dem die vier bereits erwachsen sind. Somit fehlte der Handlung die Brisanz, auf die ich mich vor dem Lesen gefreut hatte. Stattdessen war das Ganze eher klischeehaft und wenig besonders.

Zwei Jungs und zwei Mädchen leben zusammen in einem Kinderheim und haben allesamt eine schlimme Vergangenheit. Gemeinsam lesen sie das Buch „Herr der Fliegen“ und identifizieren sich mit den vier Hauptpersonen. Eine Mitarbeiterin des Heims stößt zu ihnen und ist seitdem die Anführerin der Gruppe. Wie die Personen in dem Buch wollen sie Monster bekämpfen. Sie suchen sich jemanden, den sie nicht leiden können und der ihrer Meinung nach eine Bestrafung verdient hat. Ihre ersten Opfer legen sie lediglich ein bisschen herein. Das Spiel wird jedoch immer brutaler und gewalttätiger. In dem Buch stehen Laurie und Kate als Opfer im Mittelpunkt. Die vier entführen die beiden Frauen und bringen Laurie um. Danach verschwinden sie spurlos, sodass zunächst der Verdacht auf Kate fällt.

In der Mitte des Buches, während die eigentliche Tat abläuft, erreicht das Buch den Höhepunkt. Danach plätschert die Handlung nur noch so vor sich hin. Dabei gibt es inhaltlich durchaus ganz gute Ansätze, die leider nur sehr oberflächlich thematisiert werden.

Das Schlimmste finde ich allerdings das Ende. Eigentlich hat das den Namen Ende gar nicht verdient. Das Buch hört einfach mitten in der Handlung auf. Ich habe nach dem Kapitel erst mal weitergeblättert und erst dann gemerkt, dass es schon vorbei ist. Gerade als es wieder spannend wurde, hört es einfach auf! Das hat nicht einmal mehr den Namen offenes Ende verdient. Man erfährt, wer der Böse ist und das war es dann einfach. Kein großes Finale, keine Konfrontation, keine Auflösung…

…zum Schreibstil:

Die Schreibweise variiert immer wieder. Die Kapitel sind jeweils aus unterschiedlichen Sichten geschrieben. Während einige Personen dabei sehr liebevoll beschrieben werden, kommen andere zu kurz. Die Protagonistin Kate kommt dabei am besten weg. Sowohl ihre Ehe, als auch die Probleme mit ihren Eltern und ihre Beziehungen zu Freunden werden thematisiert. Die anderen Kapitel fassen eher Informationen zusammen und bringen so natürlich die Geschichte voran. Besonders schön geschrieben sind sie aber nicht.

Insgesamt wirkt das Buch streckenweise stockend und holprig. Ab und zu wird durch die Handlung gehetzt und wichtige Ereignisse werden nur am Rande erwähnt. An anderen Stellen wird ausführlich auf im Endeffekt unnötige Kleinigkeiten eingegangen.

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Fazit:

Inhaltlich habe ich etwas ganz anderes erwartet. Trotzdem habe ich mich gut in die Geschichte einfühlen können. Mehr als Mittelwert ist dann aber doch nicht drin.

5 von 10 Punkten

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