Ich bin die Nacht (Ethan Cross)

„Ich habe jemanden gesucht, mit dem sich das Spiel lohnt… einen würdigen Gegner. Ich möchte, dass du mich schlägst. “ (S. 25)

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Titel: Ich bin die Nacht
Autor: Ethan Cross
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller
Seitenzahl: 395
Erscheinungsjahr: 2013
Punkte: 6
Cover: ©Bastei Lübbe
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Klappentext:

„Nur eins ist dunkler, als die Nacht: Das Herz dieses Killers

Mein Name ist Francis Ackermann junior. Ich bin das, was man gemeinhin einen Serienmörder nennt. Doch ich töte nicht wahllos, und jedes meiner Opfer bekommt eine faire Chance, denn ich fordere es zu einem Spiel heraus. Wer gewinnt, überlebt. Ich habe noch nie verloren. Die meisten Menschen werden mich verabscheuen. Einige, die mir ähnlich sind, werden mich verehren. Aber alle, alle werden sich an mich erinnern. Mein Name ist Francis Ackermann junior. Ich bin die Nacht, und ich möchte ein Spiel mit Ihnen spielen.“

Erwartungen:

Das Buch war ein absoluter Spontankauf. Ich hatte den Buchladen schon so gut wie verlassen, als mir das Cover ins Auge fiel. Das Buch ist einfach schwarz. Nicht nur von vorne, sondern auch von hinten und sogar die Seiten sind am Rand schwarz gefärbt. Nachdem ich mir dann den Klappentext durchgelesen hatte, musste ich das Buch einfach kaufen.

Ich habe einen Thriller erwartet, die aus der Ich-Perspektive des Serienkillers erzählt wird. Also mal eine ganz andere Sichtweise auf die Geschichte. Auch inhaltlich hat der Klappentext eine besonders psycho-mäßige Handlung versprochen. Ich habe mich einfach richtig auf das Buch gefreut!

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Bereits im ersten Kapitel gab es mehrere Tote und genau so muss ein Thriller beginnen! Zunächst war ich also sehr begeistert und wollte unbedingt weiterlesen. Nach einigen weiteren Kapiteln allerdings wuchs meine Verwirrung. Auf jeder dritten Seite wurde eine neue Person eingeführt und ich wusste gar nicht mehr, wer jetzt wirklich wichtig ist und wer nicht. Die vielen unterschiedlichen Charaktere haben mich durcheinander gebracht und auch Spannung aus der Geschichte genommen.

Dann endlich habe ich verstanden, wer die Hauptpersonen sind. Die Verwirrung hat sich dadurch aber nicht wirklich gelegt. Es kam mir immer mehr so vor, als wenn da zwei Geschichten parallel laufen. Auf der einen Seite Ackermann junior, der Serienkiller, der immer wieder Morde begeht. Auf der anderen Seite der ehemalige Cop Marcus, der sich mit einem korruptem Sheriff herum schlägt. Die Haupthandlung hat im Laufe des Buches immer weniger mit dem Killer Ackermann zu tun. Das war eine große Enttäuschung, weil ich mich so sehr auf seine Schilderungen in der Ich-Perspektive gefreut hatte. Und nicht einmal die Kapitel, in denen er vorkommt, sind aus seiner Perspektive geschrieben, sondern aus der Sicht eines unbeteiligten Beobachters. Dementsprechend wurden meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt.

Auch sonst hat mich die Handlung nicht überzeugt. Immer wieder sind mir Ungereimtheiten aufgefallen. Beispielsweise hat Marcus am Ende auf einmal eine besondere Fähigkeit, von der vorher nie die Rede war und die auch nicht zu seinem Charakter, wie er zuvor beschrieben wurde, passt. Oft werden auch Dinge ausführlich erzählt, die am Ende dann doch keine Bedeutung haben und die überhaupt nicht ins Bild passen.

Das Ende war dann allerdings wirklich überraschend. Das Problem war nur, dass es zu viele Wendungen gab! Auf einmal musste man alles dreimal überdenken und ich bin mir bis jetzt noch nicht sicher, ob das alles wirklich einen Sinn ergibt. Auch inhaltlich nimmt das Ende viel Faszination aus der vorherigen Handlung.

…zum Schreibstil:

Das Wichtigste an einem Thriller ist, dass er bildlich und lebendig geschrieben ist. Das hat Ethan Cross sehr gut gemacht. Es gibt keine Stellen, über die ich gestolpert bin und vor allem die Mordszenen sind sehr gut beschrieben. Dieser Schreibstil schafft es sogar trotz schwachem Inhalt zu überzeugen. Das hat mich dazu gebracht, weiterzulesen und so wurde auch die Spannung ein Stück weit aufrecht gehalten.

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Fazit:

Ethan Cross hat einen sehr guten Schreibstil, der mich wirklich überzeugt hat. Inhaltlich hatte dieses Buch aber starke Schwächen. Ich freue mich auf einen neuen Thriller von ihm und hoffe auf eine deutlich schlüssigere und faszinierendere Handlung.

6 von 10 Punkten

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