Ich schreib dir morgen wieder (Cecilia Ahern)

„Ich habe meinen Vater verloren. Er hat sein Morgen verloren und ich all die gemeinsamen Morgen mit ihm. Man könnte sagen, dass ich sie jetzt zu schätzen weiß. Jetzt möchte ich das Beste aus ihnen machen.“ (S. 15)

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Titel: Ich schreib dir morgen wieder
Autorin: Cecilia Ahern
Verlag: Krüger Verlag
Genre: Roman
Seitenzahl: 363
Erscheinungsjahr: 2009
Punkte: 6
Cover: ©Krüger Verlag
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 Klappentext:

„Heute fängt deine Zukunft an
Tamara  hat immer nur im Hier und Jetzt gelebt – und nie einen Gedanken an morgen verschwendet. Bis sie ein Tagebuch findet, in dem ihre Zukunft schon aufgezeichnet ist.“

Erwartungen:

Seit „PS: Ich liebe dich“ steht Cecilia Ahern für mich für ausgefallene, mitreißende und tief romantische Liebesgeschichten. Genau diese Erwartung hatte ich auch an den neuen Roman. Obwohl der Klappentext sehr wage war, hatte ich eine genaue Vorstellung. Ich habe fest damit gerechnet, dass es um eine Frau geht, die ein altes Tagebuch findet. Nach und nach liest sie immer mehr in diesem Tagebuch und findet eine berührende Liebesgeschichte. Dann stellt sie fest, dass sich die Geschichte in ihrem eigenen Leben wiederholt. Ich habe eben genau das erwartet, was ich mit Cecilia Ahern verbinde.

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Direkt auf der zweiten Seit gab es eine dicke Überraschung: Die Protagonistin war 16 Jahre alt! Mit einem Teenie-Roman habe ich nun wirklich nicht gerechnet und darauf hatte ich auch keinen Bock. Trotz dieser Enttäuschung sofort am Anfang habe ich natürlich weitergelesen.

Tamara (16!) ist im Luxus aufgewachsen: Ihre Familie wohnte in einer 8-Millionen-Villa in Dublin und besaß einige Ferienhäuser in der ganzen Welt. Zu ihrem Geburtstag ist sie mit ihren Freundinnen im Privatjet nach London geflogen. Dann bringt sich sich ihr Vater um, weil er Schulden hatte. Die Mutter und Tamara verlieren das Haus und ziehen zu dem Onkel und der Tante aufs Land. Die verwöhnte Zicke (so bezeichnet Tamara sich übrigens selbst) fühlt sich nicht wohl und will ihr altes Leben zurück. Bis dahin war es wirklich ein ganz typischer, stink langweiliger Teenie-Roman.

Schnell wird es aber dann doch spannend. Tamara stellt fest, dass sich ihre Tante Rosaleen sehr merkwürdig verhält: Jeden Tag bringt sie haufenweise Essen in ein Nebengebäude, obwohl dort angeblich niemand wohnt. Sie will nicht, dass Tamara mit ihrer Mutter alleine ist, die den ganzen Tag im Bett liegt und um ihren verstorbenen Mann trauert. Außerdem soll Tamara nie das Gelände verlassen und ständig taucht Rosaleen überall auf.

Tamara findet dann ein leeres Notizbuch, das sie als Tagebuch nutzen will. Als sie das Buch allerdings zum ersten Mal aufschlägt, gibt es bereits einen Eintrag, der in ihrer Handschrift geschrieben ist. Das Datum des Eintrages ist der darauffolgende Tag. Alles, was in diesem Tagebuch steht, passiert erst am nächsten Tag. Tamara weiß so bereits, was passieren wird. Sie versucht durch ihr Handeln die Zukunft zu verändern und kommt so dem Geheimnis ihrer Familie auf die Spur.

Das Ende ist nicht vorhersehbar und nochmal ein echtes Highlight. Obwohl man auch sagen muss, dass da noch einmal der Teenie-Roman rauskommt. Es ist ein einfach alles bisschen too much. Was mich besonders genervt hat, war, dass am Ende viele offene Fragen und Widerspräche bleiben. Man erfährt zum Beispiel nicht, warum dieses Notizbuch die Zukunft vorhersagen kann. Ist es etwas, was persönlich mit Tamara zu tun hat? Ist es ein magisches Buch, das jedem, der es in den Händen hält, zeigt, was am nächsten Tag passiert? Oder ist das Ganze nur ein großer Schwindel und jemand aus Tamaras Umfeld hat jeden Tag diese Einträge geschrieben? Diese Fragen hätte ich gerne noch beantwortet bekommen.

…zum Schreibstil:

Besonders positiv sind mir die Charaktere aufgefallen. Sie sind sehr ehrlich beschrieben. Tamara ist verwöhnt, zickig, frech und anstrengend – und genau so steht es auch im Buch! Ebenso werden auch die anderen Personen sehr bildlich charakterisiert. Sie sind einfach echt! Auch im wahren Leben sind nicht alle Menschen wahnsinnig sympathisch oder perfekt. Diese Macken hat Ahern sehr gut umgesetzt.

Große Teile des Buches bestehen aus den Tagebucheinträgen. Die sind sehr bildlich geschrieben und beschreiben ganz genau und in allen Details die Vorkommnisse des nächsten Tages. Das wird teilweise sehr langweilig, da die Situation ja noch einmal beschrieben wird, wenn sie am nächsten Tag tatsächlich passiert. Dadurch kommt es zu vielen Dopplungen und ich muss ehrlich zugeben, dass mich gerade an diesen Stellen immer wieder die Konzentration verlassen hat.

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Fazit:

Nach der ersten Enttäuschung hat mich die Handlung doch überzeugt. Die Charaktere sind zwar nicht unbedingt sympathisch, aber dafür ehrlich und echt. Am Ende haben mich dann aber doch die vielen Widersprüche und offenen Fragen gestört.

6 von 10 Punkten

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