Meine Nachbarin, der Künstler, die Blumen und der Revolutionär (Martin Felder)

„Vermutlich werde er einfach die Wände weiß streichen, damit jeder sich seine Kunstwerke selbst vorstellen könne, sagt der Künstlernachbar verzweifelt.“ (S.33)

Felder, Martin - Meine Nachbarin...____________________________________________

Titel: Meine Nachbarin, der Künstler, die Blumen und der Revolutionär
Autor: Martin Felder
Verlag: Salis Verlag
Genre: Roman
Seitenzahl: 263
Erscheinungsjahr: 2013
Punkte: 0
Cover: ©Salis Verlag
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 Klappentext:

„Ein Künstler liest die Texte eines Autors und rät ihm, eine Geschichte zu schreiben, die verständlich ist.

Der Autor beschäftigt sich aber lieber mit seiner Nachbarin. Und dann reist diese plötzlich ab.

Die Suche nach ihr und nach der Liebe treibt den Autor in die Welt hinaus, nach Hamburg, nach Berlin und schließlich nach Paris.

Und dann ist da noch der Revolutionär.“

Erwartungen:

Ich weiß gar nicht mehr, warum ich das Buch in die Hand genommen habe. Weder der Klappentext noch das Cover finde ich ansprechend. Dann habe ich allerdings mal kurz durchgeblättert und festgestellt, dass auf jeder Seite nur ein paar Sätze stehen. Das fand ich dann doch irgendwie interessant und habe das Buch mitgenommen. Erwartet habe ich aber eigentlich nicht viel.

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Eigentlich habe ich keine Meinung zur Handlung, weil ich herzlich wenig verstanden habe. Das, was im Klappentext steht, konnte ich sogar nur zum Teil in der Handlung wiederfinden. Dass der Autor beispielsweise in Hamburg oder Berlin sein soll, war mir nicht klar, weil der die ganze Zeit nur „die große Stadt“ schreibt. Mehr als im Klappentext schon steht kann ich demnach zur Handlung nicht sagen.

…zum Schreibstil:

Der Schreibstil ist schuld daran, dass ich nichts verstanden habe. Auf jeder Seite stehen tatsächlich nur ein paar Sätze. Es kann auch mal vorkommen, dass mehrere Seiten hintereinander einfach leer sind. An dieser Art, eine Geschichte zu erzählen, ist ja eigentlich nichts auszusetzen, wenn es gut gemacht ist. Das ist in diesem Fall leider überhaupt nicht so.

Das Buch besteht aus Texten, die der Protagonist, der Autor, schreibt. Schon im Klappentext steht, dass dieser sehr unverständlich schreibt. Hier mal ein kurzer Auszug:

„Das Wort Radweg auf den Zehennagel schreiben, oder umgekehrt.

Vor dem Altersheim werden Cremeschnitten aus zwei Lastwagen getragen.

Ich habe heute ein Telefon aus Quark erfunden. Was noch fehlt, ist eine Möglichkeit, die Nummern einzugeben.“ (S. 26)

Für mich ist das vollkommen sinnlos, bescheuert und überflüssig! Wenn man nur die Sätze raus schreiben würde, die die Geschichte wirklich erzählen und die Handlung vorwärts treiben, hätte das Buch vermutlich nur vier Seiten.

Dann fängt der Autor auch noch manchmal an, jemanden mit „Du“ anzusprechen. Auch da wird mir überhaupt nicht klar, wer damit gemeint sein soll, oder welchen Sinn das Ganze haben soll.

Einige dieser kurzen Absätze regen allerdings tatsächlich zum Nachdenken an. Den Satz, der oben über dieser Rezension schreibt, finde ich beispielsweise ganz nett. Das Problem an der Sache ist nur, dass man nicht einfach einige schlaue Sätze aneinander reihen kann und dann ernsthaft glaubt, dass daraus schon irgendwie eine Geschichte wird.

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Fazit:

Für den Deutschunterricht ist das Buch wahrscheinlich perfekt geeignet. Wenn man sich die Mühe macht, jeden einzelnen Satz gründlich zu analysieren, kommt man bestimmt hinter den Sinn des Ganzen. Aber auf keinen Fall kann man das Buch gemütlich abends im Bett oder auf dem Sofa lesen. Bei mir ist es deswegen eindeutig durchgefallen.

0 von 10 Punkten

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