Voyeur (Simon Beckett)

„Die Aussicht auf ein Leben ohne Anna, selbst für einen kurzen Zeitraum, war einfach zu schrecklich.“ (S. 280)

Cover Voyeur____________________________________________

Titel: Voyeur
Autor: Simon Beckett
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Genre: Thriller
Seitenzahl: 381
Erscheinungsjahr: 1994
Punkte: 3
Cover: ©Rowohlt Taschenbuch Verlag
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Klappentext:

„Du gehörst mir.

Für den Londoner Galeristen Donald Ramsey ist Leidenschaft ein Fremdwort. Die Schönheit von Frauen bewundert er nur in Kunstwerken. Sein plötzliches Interesse an Anna, der neuen Assistentin, ist daher ungewohnt für ihn. So ungewohnt, dass Donald jemanden anheuert, um die junge Frau verführen zu lassen: Zeppo ist für diesen Job wie geschaffen – attraktiv, charmant und vollkommen skrupellos. Eine perfekte Intrige nimmt ihren Lauf. Doch Menschen sind keine Gemälde. Und ihr Preis hat nichts mit Geld zu tun…

Wenn Besessenheit zum Mord führt: Die Geschichte einer sexuellen Obsession.“

Erwartungen:

Simon Beckett gehört zu den ganz großen Namen, wenn es um Thriller geht. Ich habe auch schon einige Bücher von ihm gelesen und hatte eine eher positive Meinung von ihm. Deswegen habe ich mir mal seinen ersten Thriller vorgenommen. Inhaltlich hat es mich überrascht, dass er direkt bei seinem ersten Versuch die Geschichte aus der Sicht des „Bösen“ geschrieben hat. Diese Perspektive ist nicht gerade üblich für Thriller. Ich habe mich demnach sehr auf das Buch gefreut und habe nur Positives erwartet.

Meine Meinung…

…zur Handlung:

Bereits nach den ersten zehn Seiten kam mit die Handlung seltsam bekannt vor. Beim Weiterlesen habe ich dann irgendwann gemerkt, dass ich das Buch wohl schon mal gelesen habe. Ein großer Nachteil war das aber nicht, weil die Handlung an sich sehr vorhersehbar ist. Bereits im Klappentext wird verraten, dass der Voyeurismus irgendwann in einem Mord endet. Das passiert dann ungefähr bei der Hälfte des Buches. Und dann? Naja, danach passiert eigentlich nicht mehr viel. Er versucht den Mord zu vertuschen und das knapp 150 Seiten lang!

Man wartet nur darauf, dass es irgendwann zu einem großen Showdown kommt. Dass die Polizei vor der Tür steht oder dass ein Komplize schwach wird und alles ausplaudert oder dass es zumindest einen unbekannten Mitwisser gibt, der ein bisschen Spannung in das Ganze bringt. Aber nichts! Nicht einmal am Ende passiert irgendwas, was einer Auflösung, Aufklärung oder Zielerfüllung gleicht. Man hat das Gefühl, dass der Autor einfach mitten in der Geschichte aufhört zu erzählen. Ein offenes Ende ist ja an sich nichts schlechtes, wenn es den Leser zum Weiterspinnen der Geschichte anregt. Aber wie bitte soll ein Leser sich Gedanken über ein mögliches Ende machen, wenn er sich gerade durch 381 Seiten ohne nennenswerte Spannungskurve gequält hat. Da fehlt einfach jegliche Grundlage, um sich mit einem Ende zu beschäftigen. Stattdessen muss man erstmal die Langatmigkeit der Geschichte an sich verdauen.

Auch die Charaktere sind nicht besonders überzeugend. Im Gegenteil: Sie wirken eher klischeehaft. Ein reicher Kunsthändler, der einen Hang zum Voyeurismus hat, ein drogenabhängiges Männer-Model mit übertrieben ghettohaftem und frauenfeindlichem Sprachgebrauch und eine unschuldige wunderschöne Assistentin. LANGWEILIG! Den Charakteren fehlt das Besondere, ihnen fehlt es an Herz.

Insgesamt ist die Handlung bei mir komplett durchgefallen.

…zum Schreibstil:

Die Handlung hätte mich nicht 381 Seiten lang zum Weiterlesen animiert. Die Art, wie Beckett schreibt, nimmt einen aber doch immer wieder mit auf die nächste Seite. Er hat einen sehr beschreibenden Stil, der in diesem Buch besonders bei den erotischen Szenen zum Einsatz kommt. Viel mehr kann ich leider zu diesem Punkt auch nicht sagen, weil ich beim Lesen eher damit beschäftigt war, mich durch die Handlung zu quälen. Der Schreibstil konnte da auch nicht mehr viel rausreißen.

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Fazit:

Es hat einen Grund, warum Simon Beckett wie kein anderer für das Genre Thriller steht. Und das ist nicht sein Einfallsreichtum bei den Handlungen, sondern sein Schreibstil. Ich bin froh, dass das hier sein erster Roman war und er sich um Meilen verbessert hat im Laufe der Jahre. Positiv war lediglich der beschreibende Schreibstil, der allerdings auch nur ab und zu über die langweilige Handlung hinweg täuschen konnte.

3 von 10 Punkten

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